Angedacht

Liebe Leserinnen und Leser,

manche erleben die Advents- und Weihnachtszeit als ein hektisches Aufeinander von Ritualen, die unter dem Weihnachtsbaum nicht selten in Stress und Frustration enden. Dies muss nicht so sein. Wer sich angemessen auf Weihnachten vorbereiten möchte, tut gut daran, die vier Sonntage im Advent in ihrem je eigenen Schwerpunkt ernst zu nehmen.

1. Advent:
Leitvers: Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sach. 9,9)
Bedeutung: Gute Nachrichten kommen nicht unbedingt protzig daher, sondern oft auf leisen Sohlen, fast schüchtern. Wir sind gut beraten, wenn wir auf die leisen Töne der Ankündigung in dieser Welt hören, nicht nur auf die laut daherkommenden.

2. Advent:
Leitvers: Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht (Lukas 21,28)
Bedeutung: Krankheit, Leiden und Frustration haben nicht das Recht uns zu beherrschen. Wir Menschen haben in Gottes Namen allen Grund, erhobenen Hauptes durch diese Welt zu gehen. Weil wir hoffen dürfen. Und weil unsere Hoffnung einen Grund hat: Jesus aus Nazareth

3. Advent:
Leitvers: Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig (Jes.40,3.10)
Bedeutung: Erst jetzt ist Aktivität angesagt. Ihre Wurzel ist die Freude. Wir können und müssen handeln, weil unser Herz gespannt und bereit ist. Wir wollen gar nicht mehr passiv sein. Denn die Freude, die aus der Stille heraus wächst, kommt immer mehr ans Licht.

4. Advent:
Leitvers: Freut euch in dem Herren allewege. Freuet Euch! Der Herr ist nahe! (Philipper 4,4ff)
Bedeutung: Die Freude steigt und gewinnt immer mehr an Gestalt. Die Geburt des Kindes steht unmittelbar vor der Tür. Ein volles Maß an Hoffnung für diese Welt. Denkt dran!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Und noch ein Hinweis zum Jahreswechsel:
Der vielzitierte „Gute Rutsch“ hat seine Wurzel in der jiddischen Sprache, in der das hebräische Neujahrsfest „Rosch Haschanah“ eine sprachliche Entwicklung ins Deutsche hinein genommen hat. Auch deswegen wünsche ich Ihnen und Euch zum Jahreswechsel keinen wie auch immer gearteten Rutsch, sondern lieber einen festen und beherzten Schritt – ganz ohne Rutschen im Glatteis oder Schnee.

Ihr/Euer Pfarrer
Johannes Dübbelde