Angedacht

Pfarrer Markus Risch

„SIE WERDEN LACHEN, DIE BIBEL…“
So antwortete Bertolt Brecht auf die Frage nach seiner Lieblingslektüre. Das ist, wenn man Brechts Lebenslauf, seine Werke und auch die Kritik an der Kirche seiner Zeit betrachtet, tatsächlich für manchen überraschend gewesen. Und doch wusste Brecht: Ohne die Bibel ist nicht nur in unserer Kirche, sondern in unserer gesamten Kultur und Gesellschaft alles nichts: Sprichwörtliche Redewendungen, unser Recht, unzählige Werke der Literatur und – vielleicht für manchen überraschend – des Films sind ohne biblische Bezüge gar nicht denkbar.

Vom 10. bis 14. Oktober findet in Frankfurt die Buchmesse statt. Mancher hat ja schon einen Abgesang auf bedrucktes Papier gesungen: Die Revolution der Medien, vor allem das Internet, könnten dem Buch den Garaus machen – und damit dann auch der Bibel? Momentan ist jedoch genau das Gegenteil der Fall: Bücher, die man sich ins Regal stellen kann, bleiben beliebt. Und auch für die Fans des Digitalen gibt es Lösungen: So hat z.B. die Deutsche Bibelgesellschaft pünktlich zum Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr eine App mit der neuen Luther-Bibel für das Smartphone entwickelt. (Sie kann kostenlos(!) in allen bekannten „Stores“ unter „die-bibel.de“ heruntergeladen werden.) Schon vergangenes Jahr gab es über 200.000 „Downloads“.

Doch auch im Bereich des Gedruckten tut sich einiges: Viele neue Kinderbibeln sind in den vergangenen Jahren auf den Markt gekommen, um auch den Jüngsten die Liebe Gottes, die Fürsorge Jesu und die vielen spannenden Geschichten der Bibel nahe zu bringen.

Sie werden also vielleicht lachen, aber die Bibel bleibt nicht nur ein Bestseller – ihre Geschichten und Redewendungen werden vielmehr auch weiterhin unser Glauben, unser Hoffen und unser Handeln prägen. Und das ist auch gut so. „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch“, heißt es im Hebräerbrief (Kapitel 4,12).

Vielleicht haben Sie ja mal wieder Lust hineinzulesen – sei es in einer schönen alten Druckversion oder auf dem modernen Tablet-PC?

So grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Markus Risch