Gemeindekonzeption

(Stand: 11. November 2009)

Inhaltsverzeichnis:

Unser Leitbild
Zur Einführung: Unsere Kirchengemeinde
Gottesdienst
Kirchenmusik
Besuchsdienst, Diakonie, Seelsorge und Notfallseelsorge
Kinder-, Jugend- und Konfirmandenarbeit
Erwachsenenbildung
Ökumene
Öffentlichkeitsarbeit
Perspektiven

Gott der Herr spricht :
Ich will noch mehr zu der Zahl derer, die versammelt sind, sammeln.

 

1. Unser Leitbild

Wir sehen uns als Kirchengemeinde, die einladend und sammelnd wirkt für Gemeindeglieder unterschiedlicher Herkunft. Wir verstehen uns als offen und zugleich integrierend.

Wir geben niemanden verloren.

Wir sind eine Diaspora-Gemeinde in 42 – auch kleinen – Orten mit 4 Predigtstätten. Das Evangelische in katholischer Umgebung hält uns zusammen. Auch verschiedene theologische Richtungen werden in unserer Gemeinde gelebt.

Ein Baustein unseres Gemeinde-Alltags ist die gelebte Ökumene mit den katholischen und freikirchlichen Gemeinden der Region.

Der Gemeindeteil Pfalzfeld-Badenhard hat eine bis ins 16. Jahrhundert zurückgehende Tradition, während der größte Teil der Gemeinde mit Emmelshausen und Buchholz durch Zuzüge nach dem 2. Weltkrieg entstand. Wir bemühen uns, aus dem Mosaik ein Gesamtbild zu schaffen.

Als wichtige Aufgabe sehen wir es an, möglichst viele Gemeindeglieder zu aktivieren mit ihren unterschiedlichen Gaben im Sinne des Priestertums aller Gläubigen nach Martin Luther.

Durch Gottesdienste, Amtshandlungen, Gespräche, musikalische Veranstaltungen , Bildungs- und Freizeit-Angebote möchten wir das Geschenk des Glaubens erfahrbar machen und Menschen aller Altersgruppen auf dem Weg des Glaubens unterstützen.

Wir wollen wachsen, indem wir ein vielfältiges Angebot auch für Kirchenferne bieten. Von den zahlreichen, konkurrierenden weltlichen Angeboten wollen wir uns durch die Botschaft des gelebten Glaubens und die Vermittlung der Liebe Gottes unterscheiden.

Auch die Gebäude unserer Kirchengemeinde sind als Orte der Begegnung Heimat für Gemeindeglieder und Mittelpunkt des Gemeindelebens.

Wir sehen es als Aufgabe an, im Eintreten für Schwache und Benachteiligte in unserer Region, aber auch in anderen Teilen der Welt, die Liebe Gottes zu den Menschen als Liebe zum Nächsten erfahrbar zu machen.

Wir erkennen an, dass wir als Teil dieser Welt den vielfältigen Problemen ausgesetzt sind, denen alle ausgesetzt sind. Wir wollen sie aber im christlichen Sinne lösen. Konflikte auszuhalten und auszutragen, können wir nicht vermeiden, wollen es aber fair tun. In finanziellen Notlagen können wir uns der Notwendigkeit zur Umstrukturierung und Umorganisation nicht entziehen, wollen dabei aber besonders behutsam vorgehen und besondere Sensibilität gegenüber den Betroffenen zeigen.

 

2. Zur Einführung: Unsere Kirchengemeinde

2.1 Kirchengemeinde

Die Evangelische Kirchengemeinde Emmelshausen-Pfalzfeld ist Teil des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz. Sie ist im Wesentlichen eine Diasporagemeinde (v.a. im Bereich Emmelshausen und Buchholz), da der evangelische Bevölkerungsanteil in der Minderheit ist.

Kommunal liegt die Gemeinde größtenteils im Rhein-Hunsrück-Kreis sowie z.T im Landkreis Mayen-Koblenz. Politisch umfasst sie die Verbandsgemeinde Emmelshausen, die Höhenstadtteile der Stadt Boppard sowie Teile der Verbandsgemeinde Untermosel.

Unsere Gemeinde gliedert sich in zwei Pfarrbezirke, Emmelshausen und Pfalzfeld:
Zum Bezirk Emmelshausen gehören folgende Orte, die zum Kirchort Emmelshausen gerechnet werden: Beulich, Emmelshausen, Gondershausen, Halsenbach mit Ehr, Ehrerheide und Mermicher Hof, Kratzenburg, Mermuth, Morshausen, Ney mit Dieler und Schwall.
Außerdem gehören zu diesem Bezirk die zum Kirchort Buchholz gerechneten Stadtteile der Stadt Boppard am Rhein Buchholz mit Ohlenfeld, Fleckertshöhe, Herschwiesen, Oppenhausen mit Hübingen und Windhausen sowie Udenhausen und aus der zum Landkreis Mayen- Koblenz gehörenden Verbandsgemeinde Untermosel die Orte Nörtershausen und Pfaffenheck mit Naßheck.

Zum Pfarrbezirk Pfalzfeld gehören neben dem Kirchort Pfalzfeld die Ortschaften Badenhard (ebenfalls Kirchort), Bickenbach, Birkheim, Dörth, Hausbay, Hungenroth, Karbach, Leiningen mit Lamscheid, Sauerbrunnen und Schloß Reifenthal, Lingerhahn, Maisborn, Mühlpfad, Niedert, Norath, Pfalzfeld, Thörlingen und Utzenhain.

Da die Kirchengemeinde von der Flächenausdehnung entlang der Autobahn A 61 und der Hunsrückhöhenstrasse B 327 sich sehr in der Länge erstreckt, sind es vom einen Ende der Kirchengemeinde in Naßheck bis zum anderen Ende in Maisborn etwa 28 Straßenkilometer. Dies stellt in der praktischen Arbeit und im Leben der Kirchengemeinde Probleme dar.

Zahl der Gemeindemitglieder (Stand 11.11.2009):
3889 Gemeindemitglieder davon 1829 männlich, 2061 weiblich

Pfarrbezirke I (Emmelshausen und Buchholz) 2765 Gemeindemitglieder
Pfarrbezirk II (Pfalzfeld/Badenhard) 1114 Gemeindemitglieder

Der Pfarrbezirk Pfalzfeld / Badenhard hat eine lange evangelische Tradition, die bis in die hessische Reformation 1528 zurückreicht. Damals gehörten diese Bezirke noch zu St. Goar, das Teil des Territoriums des hessischen Landgrafen war.

Die Pfarrbezirke Emmelshausen und Buchholz entstanden dagegen erst nach dem Krieg durch den Zuzug evangelischer Christen aus den ehemaligen Ostgebieten. Während sie Anfang der fünfziger Jahre noch von Pfalzfeld aus betreut wurden, wurde aufgrund des rasanten Wachstums1956 in Emmelshausen eine kleine Kirche gebaut, die auch von den evangelischen Christen aus Buchholz besucht wurde. Auch dort wuchs die evangelische Bevölkerung so stark, dass schließlich auch dort 1974/75 eine Kirche erbaut wurde.

Das ständige Wachstum der evangelischen Gemeinde im Bereich Emmelshausen und Buchholz machte die Errichtung einer 2. Pfarrstelle nötig und führte auch dazu, dass aus der Evangelischen Kirchengemeinde Pfalzfeld schließlich die evangelische Kirchengemeinde Emmelshausen-Pfalzfeld wurde. Sitz des Gemeindebüros wurde Emmelshausen. Bedingt durch die verkehrstechnisch günstige Lage von Emmelshausen und Bucholz (an der A61 und B327 sowie die Nähe zu Koblenz) hat der jüngere Gemeindeteil inzwischen einen weitaus höheren Anteil an Gemeindegliedern als der traditionell geprägte Bereich Pfalzfeld-Badenhard. Insbesondere ist die Zahl der jungen Familien in den letzten Jahren stark angestiegen, was sich besonders auch in der Kinder- und Jugendarbeit sowie im im Konfirmandenunterricht bemerkbar macht.

2.2. Sozialstruktur

Viele der im Gemeindegebiet lebenden Menschen arbeiten im Bereich Koblenz und im Rhein-Main-Gebiet, manche im Bereich Boppard, der heimischen Industrie und in zahlreichen Handwerksbetrieben.

Durch den Abbau der Bundeswehr im Bereich Koblenz und in Kastellaun hat die Zahl der Gemeindeglieder, die beim Bund beschäftigt sind, stark nachgelassen.

Die rückläufige Entwicklung in der Landwirtschaft führte dazu, dass nur noch ganz wenige Vollerwerbslandwirte über die 42 Ortschaften verteilt sind.

Schulen: Grundschulen finden sich in Boppard-Buchholz, Emmelshausen, Gondershausen, Halsenbach, Pfalzfeld (Religionsunterricht wird vom Ortspfarrer erteilt). Außerdem gibt es in Emmelshausen inzwischen eine IGS, die aus der ehemaligen Haupt- und Realschule neu gebildet wurde. Sonstige weiterführende Schulen finden sich in Boppard-Stadt sowie in Koblenz.

Krankenhäuser gibt es auf dem Territorium der Gemeinde nicht, jedoch werden Gemeindeglieder in den Krankenhäusern Obewesel, St. Goar, Boppard, Simmern und Koblenz besucht. In Emmelshausen gibt es jedoch ein Altenheim der ctt, das von unserer Gemeinde gemeinsam mit der katholischen Pfarrgemeinde seelsorgerlich und gottesdienstlich betreut wird.

2.3. Mitarbeitende

Hauptamtlich arbeiten in unserer Gemeinde mit:

  • 2 Pfarrer
  • 4 Küster / Stundenanteile: 15,58 %, 6Std. pro Woche(Buchholz), 36,36%, 14 Std. pro Woche(Emmelshausen), 23,38 %, 9 Std. pro Wo.-(Pfalzfeld), 10,39 %, 4 Std. pro Wo. (Badenhard)
  • 4 Organisten / Badenhard, Buchholz, Pfalzfeld: je 5 Std. pro Woche, Emmelshausen: 9,5 Stunden pro Woche
  • 1 Reinigungskraft / 4 Std. pro Woche Pfalzfeld
  • 1 Gärtner / 10,39 % 4 Std. pro Woche Badenhard
  • 1 Aushilfskraft für Gartenarbeiten / 6 Std. pro Woche Emmelshausen
  • 1 Angestellte für Katechumenenarbeit / 15,58 % 6 Std. pro Woche
  • 2 Verwaltungsangestellte / 51,95 % 20 Std. pro Woche

Darüber hinaus gibt es in allen Bezirken eine Reihe von ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Neben insgesamt 17 Presbyterinnen und Presbytern und einem Prädikanten sind hier v.a. die vielen Ehrenamtlichen in Leitungsfunktionen zu nennen, so insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit (auch CVJM) sowie in den Frauenkreisen und –hilfen. Ehrenamtliches Engagement bleibt uns ein wichtiges Anliegen.

2.4. Gebäude

Wie oben bereits erwähnt besitzt die Kirchengemeinde Emmelshausen-Pfalzfeld insgesamt vier Kirchengebäude: die evangelischen Kirchen Emmelshausen, Buchholz, Pfalzfeld und Badenhard.

Die Kirchen in Pfalzfeld und Badenhard sind denkmalgeschützt.

Während an die Kirche in Emmelshausen ein Gemeindehaus mit Gemeindebüro und an die Kirche in Buchholz ein Gemeinderaum angebaut sind, besitzt Pfalzfeld ein frei stehendes Gemeindehaus. Dementsprechend ist in diesen drei Orten ein reges Gruppenleben möglich, während sich die Aktivität im Kirchort Badenhard auf Gottesdienste und kirchenmusikalische Angebote beschränkt.

Nach dem Verkauf des Pfarrhauses in Pfalzfeld besteht zur Zeit nur in Emmelshausen noch ein Pfarrhaus.

 

3. Gottesdienst

Die Kirchengemeinde Emmelshausen-Pfalzfeld hat vier Predigtstellen: Die Kirchen in Badenhard, Buchholz, Emmelshausen und Pfalzfeld.

Bisher finden in der Regel jeden Sonntag in allen Kirchen ein Gottesdienst statt, wobei die Anfangszeiten in Emmelshausen und Buchholz sowie in Pfalzfeld und Badenhard jeweils eineinviertel Stunden zeitversetzt liegen. Auf diese Weise können vier Gottesdienste von zwei Pfarrern durchgeführt werden.

Zu den regelmäßigen Sonntagsgottesdiensten kommen noch zusätzliche Gottesdienste an Weihnachten, Ostern, Feiertagen sowie Altenheim- und Schulgottesdienste hinzu.
Ein besonderer Gottesdienst wird zweimal jährlich in Form einer Thomasmesse in Emmelshausen abgehalten und von einem speziellen Team vorbereitet.
Dies soll auch in Zukunft beibehalten werden, genauso wie der regelmäßig stattfindende Kindergottesdienst parallel zum Gottesdienst in Emmelshausen und Buchholz, der von engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen gestaltet wird.

Bei der Gottesdienstordnung streben wir eine Vereinheitlichung in der Form an den vier Predigtstellen an, aber unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Traditionen bei den Gesängen.

Bei Bedarf muss der Gottesdienstplan in Zukunft angepasst werden.

 

4. Kirchenmusik

4.1. Orgelmusik

Der Orgel kommt als Kircheninstrument besondere Bedeutung zu.

Unsere Gemeinde hat vier nebenamtliche Organisten.

In allen vier Kirchen der Gemeinde wird meist am Sonntag, in Pfalzfeld und Badenhard manchmal am Samstag-Abend Gottesdienst gefeiert, der durch jeweils einen Organisten oder eine Organistin begleitet wird.

Hierfür steht in der Kirche Badenhard eine historische pneumatische Orgel aus dem Jahre 1910 und in Pfalzfeld zur Zeit eine elektronische Orgel zur Verfügung. Etwa zweimal jährlich werden in Badenhard Konzerte mit Orgel und Oboe unter Beteiligung von Profi-Musikern veranstaltet.

Die Kirche in Pfalzfeld verfügt seit 1870 über eine historische Pfeifenorgel der Brüder Weil aus Neuwied am Rhein aus dem Jahr 1867. Leider ist diese Orgel seit etwa dreißig Jahren nicht mehr bespielbar. Ein 2009 angefertigtes Gutachten der Firma Klais, Bonn, bestätigt den fast originalen seltenen Erhaltungszustand dieser wertvollen Orgel und spricht sich für eine Instandsetzung aus. Dem hat sich das Presbyterium angeschlossen. Gelegentlich finden Konzerte mit klassischer Ausrichtung in der Pfalzfelder Kirche statt.

In der Buchholzer Kirche steht der Organistin ein Orgelpositiv mit elektronischem Basspedal zur Verfügung. Die Gottesdienste dort erfahren manchmal eine musikalische Bereicherung durch ehrenamtliche Instrumentalisten.
Die Kirche Emmelshausen verfügt über eine moderne digitale Elektronenorgel. Auch hier gibt es gelegentlich die instrumentale Begleitung besonderer Gottesdienste.
Vertretungen der Organisten erfolgen untereinander oder durch Ehrenamtliche.

4.2. Chormusik

Seit Jahren existiert in der Gemeinde der Gospelchor „Hunsrück-Gospel-Family“. Seine etwa 70 aktiven Mitglieder kommen zum großen Teil aus den evangelischen Gemeinden Emmelshausen und Kastellaun, aus katholischen Schwestergemeinden und weiteren Gemeinden. Der Chor probt einmal wöchentlich im Wechsel im Gemeindehaus Emmelshausen und Kastellaun. Der Chor gestaltet Gottesdienste sowie spezielle Gospelgottesdienste mit und gibt Benefizkonzerte.
Die Arbeit des Gospelchores geht über die Grenzen der Kirchengemeinde und des Kirchenkreises Koblenz hinaus.

4.3. Bläsergruppe

Die seit Jahren in der Gemeinde aktive Bläsergruppe steht unter der Leitung eines der Organisten. Durch ihre Musik bereichern sie besondere Gottesdienste, Thomasmessen und Gemeindefeste.

4.4. Zur Zukunft der Kirchenmusik

Die Orgelmusik im Gottesdienst führt und stützt den Gemeindegesang. Dies soll auch in Zukunft die Regel sein und weiterhin gelegentlich durch andere Instrumente bereichert werden. Durch Hinweise im Gottesdienst soll in Zukunft der Gemeinde der besondere Wert der Kirchenmusik verdeutlicht werden, um dieser einen höheren liturgischen Stellenwert zukommen zu lassen.

Als dringlichste Aufgabe sehen wir es an, Nachwuchs-Organisten zu gewinnen.

Eine Aufgabe der Kirchengemeinde wird in den nächsten Jahren die Beschaffung von Mitteln (z.B. aus Spenden und Benefiz-Aktionen) zur Restaurierung der Pfalzfelder Orgel sein.

Die Arbeit des erfolgreichen Gospelchores soll auch in Zukunft fortgesetzt werden. Die Durchführung von dezentralen, zeitlich befristeten Chorprojekten, z.B. in Kooperation mit dörflichen Chorvereinen, ist beabsichtigt.

Es wäre schön, wenn in der Gemeinde dezentrale Kinderchöre bzw. andere Musikgruppen entstehen könnten. Die Kirchenmusik soll – auch bei geringerer finanzieller Ausstattung der Gemeinde – auf einem guten Niveau fortgesetzt werden.

 

5. Besuchsdienst, Diakonie, Seelsorge und Notfallseelsorge

5.1. Besuchsdienst

In unserer Gemeinde bestehen drei Besuchsdienstkreise aus ehrenamtlich Mitarbeitenden. Unterstützt werden die Besuchsdienste vom Besuchsdienstreferat unserer Landeskirche.

Pfalzfeld – Badenhard: Der Besuchsdienstkreis besteht seit 1986. Besucht werden alle Geburtstagskinder ab 66 Jahren. Einmal monatlich trifft sich der Kreis mit dem zuständigen Pfarrer zur Nach- und Vorbereitung der Besuche.

Emmelshausen: Besucht werden alle Geburtstagskinder ab 70 Jahren sowie neu zugezogene Gemeindeglieder. Etwa viermal jährlich trifft sich der Kreis mit dem zuständigen Pfarrer zur Nach- und Vorbereitung der Besuche.

Buchholz: Besucht werden alle Geburtstagskinder ab 75 Jahren. Etwa viermal jährlich trifft sich der Kreis mit dem zuständigen Pfarrer zur Nach- und Vorbereitung der Besuche.

Wir streben an, die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen, um so die Besuche auch auf die übrigen Orte der Kirchengemeinde auszudehnen bzw. verstärkt auch evangelische Neubürgerinnen und Bürger zu besuchen.

5.2. Diakonie

Diakonische Tätigkeit liegt zum einen in den Händen von einzelnen Gemeindegliedern und den Pfarrern, sowie zum anderen in der Zusammenarbeit mit Caritas und den Beratungsstellen des Kirchenkreises.

5.3. Notfallseelsorge

Notfallseelsorge ist ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Gemeindearbeit.

 

6. Kinder-, Jugend- und Konfirmandenarbeit

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Außerdem gibt es einen Kreis junger Erwachsener, der sich wöchentlich in Emmelshausen trifft (CVJM).

In unserer Gemeinde gibt es 3 voneinander relativ unabhängige Anbieter von Kinder- und Jugendarbeit: Die Gemeinde selbst, den übergemeindlichen CVJM und die christlichen Pfadfinder.

Während die Kinderarbeit  vor allem in Gemeindeverantwortung durchgeführt wird, liegt die Jugendarbeit überwiegend in den Händen des CVJM.

Mehrheitlich ist das Gesamtangebot für Kinder und Jugendliche evangelisch profiliert, das heißt Katechese und Bibelarbeit stehen im Mittelpunkt.

6.3. Zweiphasige Konfirmandenarbeit

Zum gemeindlichen Arbeitsschwerpunkt gehört die Konfirmandenarbeit. Hier setzt unsere Gemeinde seit 2007 einen besonderen Schwerpunkt. Die Gemeinde hat inzwischen eine zweiphasige Konfirmandenarbeit etabliert, die sich in einen  „Vorkonfirmandenunterricht“  in Klassenstufe 4 und den herkömmlichen Konfirmandenunterricht in Klassenstufe 8 aufteilt.

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Dieses Konzept stellt eine besondere Herausforderung dar, der auch in Zukunft Rechnung getragen werden soll: Die Trennung der beiden Konfirmandenjahre erfordert eine starke Vernetzung der Konfirmandenarbeit mit den Angeboten evangelischer Kinder- und Jugendarbeit. So ist ein regelmäßiger Kindergottesdienst in allen Gemeindebezirken notwendig, um die Vorkonfirmanden in die Gottesdienstgemeinde integrieren zu können. Außerdem ist ein Ausbau der Jugendarbeit notwendig, damit die Kinder auch in der Zeit zwischen Klassenstufe 4 und Klassenstufe 8 Gelegenheit haben, am gemeindlichen Leben teilzuhaben.

Ein entsprechendes Angebot in den einzelnen Gemeindeteilen ist da. Allerdings muss dieses, um nachhaltig junge Menschen ansprechen zu können, ständig ausgebaut werden. Dies erfordert auch, die bestehenden Vorbereitungskurse zu begleiten, zuzurüsten und miteinander zu vernetzen. Dazu sollten auch neue Angebote wie z.B. Teenie- und Familiengottesdienste ausprobiert und gegebenenfalls etabliert werden.

Für eine funktionierende Kinder-, Jugend- und Konfirmandenarbeit ist eine angemessen zugerüstete Mitarbeiterschaft erforderlich.

7. Arbeit mit Erwachsenen – Erwachsenenbildung

Bildung bezeichnet die Formung des Menschen im Hinblick auf sein „Menschsein“ (Wikipedia)
… aber was heißt „Menschsein“ ?
… und überhaupt: Wo kommen wir her und wo gehen wir hin?

Als Gemeinde sind wir „in Gottes Namen“ miteinander unterwegs. In unserer Arbeit mit Erwachsenen fühlen wir uns dem folgenden Bildungsbegriff verpflichtet:

Bildung ist für uns mehr …

… als Essen und Trinken
… als geistliche Selbstbetrachtung
… als Nachdenken über das „Machbare“
… als die Anhäufung von Wissen
… als das, was viele dafür halten

Bildung ist…

  • Sinn-Findung
  • Erinnerung an das, was uns Kraft gegeben hat.
  • Freude über den, der uns das Leben und die Welt geschenkt hat.
  • Herzensklugheit
  • Vertrauen darauf, dass bei Gott alle Dinge möglich sind.
  • Vertrauen darauf, dass es möglich ist, eine Vision im Blick zu behalten ohne die Bodenständigkeit und die Hoffnung zu verlieren.
  • Verantwortung

Missionarischer Gemeindeaufbau und gesellschaftspolitisches Engagement sind in unseren Augen keine Gegensätze, sondern zwei Seiten einer Medaille. Unsere Arbeit mit Erwachsenen geschieht wie folgt in einer differenzierten Weise:

  • Mitarbeiterschulungen für diverse Kreise
  • Pfalzfelder Männertreff 1x monatlich
  • Pfalzfelder Kaffeestubb (Seniorinnen, 1x monatlich)
  • Pfalzfelder Frauentreff (Kreis jüngerer Frauen, ca. 6x jährlich)
  • Kirchenmusikalische Seminare in Pfalzfeld mit anschl. Konzertbesuch ca. 3x jährlich
  • Hauskreis in Emmelshausen (Gemeindewohnzimmer, wöchentlich 2h)
  • Hauskreis in Buchholz und Pfalzfeld (nach Absprache in Privathäusern)
  • Mütterkreis 1x monatlich 3-4 h in Emmelshausen
  • Frauenkreis 2x monatlich 2h in Emmelshausen
  • Ökumenischer Gesprächskreis in Buchholz (1x monatlich 2h)
  • Frauennachmittag in Buchholz (2x monatlich 2h)
  • Junge Erwachsene in Emmelshausen (2x monatlich 3-4 h)
  • Öffentliche Gemeindeveranstaltungen zu friedens- und gesellschaftspolitischen Themen (Pfalzfeld, ca. 4x jährlich)
  • Kurs biblisches Hebräisch
  • Grundkurse Glauben („Alpha-Kurs“, „Christ-werden-Christ-bleiben“ u.a. (1 – 2x jährlich) – je 8 Abende)
  • Buchholzer Gemeindeabende ( 1 x mtl.)
  • Theologische Vortrags – Abende (4 x jährlich)
  • 4 ökumenische. Bibel-Abende in der Passionszeit in Emmelshausen
  • 4 x ökumenisches Abendgebet im Advent in Emmelshausen
  • Urlaub ohne Koffer (3 Seniorentage) in Emmelshausen
  • Gemeindeausflug als Bildungsfahrt (z.B. Chagall – Fenster in Mainz)
  • Mehrtägige Gemeindefreizeiten
  • Konfirmandenelternarbeit

Unser Wunsch ist es, in allen Stücken zu wachsen an dem, der das Haupt ist: Christus.

 

8. Ökumene

Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: EIN Leib und EIN Geist, wie ihr auch berufen seid zu EINER Hoffnung eurer Berufung; EIN Herr, EIN Glaube, EINE Taufe; EIN Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen. (Epheser 4,3b-6)
Bedingt durch die traditionelle Vielzahl katholischer Partnergemeinden und Pfarrämter gab es in der Vergangenheit sehr unterschiedliche ökumenische Beziehungen zur katholischen Kirche.

Nach der Pensionierung mehrer katholischer Dorfpfarrer fusionierten deren Pfarreien im Jahre 2008 zur „ Katholischen Pfarreiengemeinschaft Vorderhunsrück“, die nunmehr die meisten Orte auch unserer Gemeinde umfasst.

Innerhalb der Bezirke Buchholz, Pfalzfeld und Badenhard ergeben sich durch Dekanatsgrenzen strukturelle Schwierigkeiten.

Dadurch wurde das unsererseits schon seit 1996 bezirksübergreifend praktizierte „Ökumenische Dienstgespräch“ unserer Pfarrer mit dem Team der Hauptamtlichen der katholischen Gemeinde in Emmelshausen in gewisser Weise zur „Schaltstelle“ einer nunmehr auch katholischerseits Pfarrei-übergreifenden Ökumenischen Zusammenarbeit.

8.1. Ökumenische Aktivitäten, bezirksübergreifend:

  • Für besondere katholische Gottesdienste und Anlässe, insbesondere anlässlich von Trauungen und Beerdigungen stellen wir unsere Kirchen auch den katholischen
  • Gemeinden zur Verfügung. Im Gegenzug finden besondere evangelische Gottesdienste (meistens Trauerfeiern) auch in katholischen Kirchen statt. Dies geschieht auf der Basis der gegenseitigen Gastfreundschaft.
  • Mitarbeit unserer Pfarrer bei den regelmäßigen evangelischen (2x monatlich) und ökumenischen (ca. 5x jährlich) Gottesdiensten im Katholischen Altenheim „St. Hildegard“ in Emmelshausen
  • Mitarbeit unserer Pfarrer bei ökumenischen Bibelwochen und anderen Projekten.
  • Mitarbeit unserer Pfarrer in der Ökumenischen Notfallseelsorge Mittelrhein-Hunsrück-Mosel
  • Der jährliche Weltgebetstag wird im Wechsel vorbereitet und durchgeführt.

8.2. Ökumenische Aktivitäten in Buchholz:

  • 2-3 ökumenische Schulgottesdienste pro Jahr.
  • Der ökumenische Gesprächskreis organisiert Vortrags- und Diskussionsabende.
  • An den monatlich stattfindenden „Buchholzer Abenden“ in der evang. Kirche nehmen auch Katholiken teil.
  • Ökumenische Gottesdienste zu verschiedenen Anlässen.

8.3. Ökumenische Aktivitäten in Emmelshausen:

  • 2 x jährlich „Thomasmesse“ (vorbereitet von einem ökumenischen Team)
  • 4 Adventsandachten (vorbereitet und durchgeführt von ökumenischen Teams)
  • 4 ökumenische Bibelabende in der Passionszeit (von Geistlichen beider Konfessionen in kath. + evang. Gemeindehäusern durchgeführt)
  • Ökum. Gottesdienst an Pfingstmontag
  • alle Schulgottesdienste ( ca. 12 – 15) werden ökumenisch durchgeführt
  • jährlicher Weltgebetstag im Wechsel
  • Gospelchor Emmelshausen – Kastellaun (ca. 70 Aktive aus Gemeinde und umliegenden Orten über die Kirchenkreisgrenze hinaus– davon ca. 1/3 Katholiken – singt auch Benefizkonzerte in katholischen Kirchen
  • Aktion „Urlaub ohne Koffer“
  • Ökumenische Andachten im „Seniorentreff“

8.4. Ökumenische Aktivitäten in Pfalzfeld und Badenhard:

  • Mindestens zwei ökumenische Schulgottesdienste pro Jahr
  • Ökumenisch praktizierte Seelsorge nach Absprache und in begründeten Fällen
  • Die Pfarrer der beiden Konfessionen halten Andachten bei den Seniorenbegegnungen in den verschiedenen Ortsgemeinden während der Adventszeit.
  • Einmal jährlich wird mit der Freien Evangelischen Gemeinde Werlau – Utzenhain die „Allianzgebetswoche“ durchgeführt.

Unser Ziel ist es, das gute ökumenische Miteinander zu erhalten und auszubauen.

 

9. Öffentlichkeitsarbeit

Kirche ist nur Kirche, wenn sie Kirche für andere ist. Dieses Wort Dietrich Bonhoeffers ist für uns Verpflichtung dahingehend, dass wir unsere Botschaft nicht nur in den Kirchenräumen verkündigen, sondern auch nach außen hin zur Geltung bringen und wirken lassen.

Hierzu haben wir eine Homepage im Internet (www.ekir.de/emmelshausen-pfalzfeld) und einen etwa fünfmal jährlich erscheinenden Gemeindebrief.

Unser “Gemeindebrief” erscheint zur Zeit in einer Auflage von 2.500 Exemplaren, die durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Kommunalgemeinden unserer Kirchengemeinde an alle Haushalte verteilt werden, in denen mindestens eine evangelische Person lebt. Der Gemeindebrief berichtet über durchgeführte Gemeindeveranstaltungen und veröffentlicht Hinweise auf künftige lokale, regionale und überregionale Veranstaltungen und Termine. Darüber hinaus veröffentlicht er Artikel zu allgemeinen kirchlichen und glaubensbezogenen Themen, um die Verbundenheit unserer Gemeinde mit der übrigen Christenheit zu dokumentieren. Er wird von einem ehrenamtlichen Redaktions-Team zusammen mit einem Pfarrer erarbeitet.

Angesichts der ländlichen Struktur und der Altersstruktur unserer Gemeinde halten wir es für erforderlich, dass der Gemeindebrief auch künftig das zentrale Medium unserer Öffentlichkeitsarbeit bleibt.

Internetpräsenz: Zur Zeit existiert eine Homepage, in der der Gemeindebrief und weitere Hinweise sowie Links veröffentlicht sind. Wünschenswert wäre ein Ausbau der Internetpräsenz unter besonderer Berücksichtigung altersspezifischer Belange, die Gewinnung neuer ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Erfahrungsaustausch u.a.m.

Amtsblatt, Zeitungen, Wochenblätter: Zur Zeit werden die Kirchlichen Nachrichten mit den Hinweisen auf Gottesdienste und Veranstaltungen in der Kirchengemeinde einmal wöchentlich durch unser Gemeindebüro an die in unserer Region vorhandenen Tageszeitungen, Amts- und Wochenblätter verschickt.

Schaukasten: Die wichtigsten Informationen werden an den Schaukästen der 4 Predigtstätten veröffentlicht.

 

10. Perspektiven

Über das hinaus, was in dieser Konzeption festgeschrieben und vom Presbyterium beschlossen worden ist, sollen in den nächsten Jahren folgende Ziele an Bedeutung gewinnen:

  • Um als einladende Gemeinde Jugendliche, junge und ältere Erwachsene dauerhaft in die Gemeinde integrieren und in ihren Glaubensfragen begleiten zu können, sollen verstärkt entsprechende Projekte, Freizeiten und Kreise angeboten werden. Dazu müssen unter wachsendem Arbeitsdruck und geringer werdender hauptamtlicher Arbeitskraft Kapazitäten freigestellt werden. Wie können wir mittel- und langfristig solche freien Kapazitäten gewinnen? Bisher gibt es hier nur Ideen, z.B. die Flexibilisierung der Gottesdienstzeiten oder auch die Einstellung einer hauptamtlichen Kraft für die Kinder- und Jugendarbeit. Bei all diesen Vorschlägen handelt es sich bis heute jedoch nur um eine Ideensammlung, die wir in den nächsten Jahren weiter diskutieren und ergänzen wollen.
  • Um als einladende Gemeinde, die Freude an der Musik und dem gesungenen Gotteslob hat, die baldige Restaurierung der Orgel in Pfalzfeld gewährleisten zu können, ist die gezielte Beschaffung von (Dritt-Mitteln – z.B. durch Benefiz-Aktionen, Gründung eines Orgelbauvereins u.ä.) – notwendig.
  • Als einladende Gemeinde, die bewusst ihren Glauben lebt, wollen wir noch stärker offen auf Andersgläubige zugehen. Insbesondere die steigende Zahl muslimischer Mitbürgerinnen und Mitbürger fordert uns zu einem intensiven Dialog über die Religionsgrenzen hinweg heraus, dem wir uns gerne stellen und zu dem wir auch in unsere Räumlichkeiten einladen wollen.
  • Als einladende Gemeinde, die bewusst ihren Glauben lebt, wollen wir nach außen wirken: Wir wollen unsere Partnerschaft mit den kommunalen Gremien, Vereinen und Initiativen unserer Region vertiefen und unseren Teil zu einem funktionierenden Gemeinschaftsleben beitragen, in dem auch „Hungrigen Brot und Obdachlosen ein Platz im Haus“ angeboten wird (vgl. Jes 58,7).